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Kindergeld und bewusste Regelverstöße


#1

In meiner YNAB-Anfangszeit habe ich mich bewusst dazu entschieden, Regel 1 an einer Stelle zu brechen, nämlich, nur Geld zu budgetieren, über das ich bereits verfüge.

Gemacht habe ich das konkret beim Kindergeld. Denn erstens ist der mögliche Schaden relativ begrenzt (184€), und zweitens ist es sehr unwahrscheinlich, dass die entsprechende Behörde nicht oder erheblich verspätet zahlt.

Der Grund war, dass ich nicht wegen 184 Euro nochmal nachbudgetieren wollte. In Ermangelung eines vollständigen Puffers habe ich daher das Kindergeld - das uns immer im letzten Monatsdrittel überwiesen wird - bereits für den jeweiligen Monat im Voraus budgetiert. Dafür habe ich mir ein eigenes Konto “Kindergeld” eingerichtet, auf das ich am Monatsanfang einen fiktiven Geldeingang als “Income for this month” gebucht und dann budgetiert habe.

Sobald dann das Kindergeld tatsächlich bezahlt wurde, habe ich einen Transfer von diesem Konto aufs Girokonto durchgeführt. So bildete das Girokonto dennoch jederzeit den korrekten Saldo ab. In diversen Rainy-Day-Kategorien waren außerdem recht früh mehr als 200 € vorhanden, so dass ich beim Bezahlen von Rechnungen nicht Gefahr lief, das Konto zu überziehen, obwohl das Kindergeld noch nicht eingegangen war.

So lange man noch keinen kompletten Monat gepuffert hat, halte ich das immer noch für einen gangbaren Weg.

Wie macht ihr das? Habt ihr euch auch schon an bestimmten Stellen entschieden, die eine oder andere Regel zu ignorieren / zu brechen?


Gehalt kommt mitten im Monat
#2

Das klingt für mich nach einem guten Kompromiss - ich stimme Dir zu, dass der Schaden begrenzt ist und die Behörden meistens recht zuverlässig bezahlen. Allerdings fühlt es sich für mich so an, als ob dieses Vorgehen mein Budget verkompliziert und ggf. dazu führt, dass ich beim späteren reinschauen erstmal wieder neu verstehen muss, was da genau abläuft.

Daher würde ich wahrscheinlich aus dem Bauch heraus dann als allererstes versuchen, zumindest für das Kindergeld einen kleinen Puffer aufzubauen, so dass ich in jedem Monat das Geld einsetzen kann, was ich im vergangenen Monat bekommen habe.


Mein Lieblings-Regelbruch ist es, doch ab und zu die Notkategorien für Dinge anzufassen, die nicht wirklich Notstände darstellen, z.B. um ein größeres Reisebudget zu haben. Ich akzeptiere dann zugunsten des “Leben im Jetzt”, dass sich mein Drei-Monats-Puffer langsamer aufbaut als er es könnte…


#3

Genau so habe ich es dann auch gemacht, indem ich einen Monat auf das Kindergeld sozusagen verzichtet und es dann erst als Einkommen für den nächsten Monat gebucht habe.

Und gerade das ist ja der gewünschte Effekt, warum wir das alles überhaupt machen: Um zur Not problemlos mit einem effektiven Rückschlag von 184 Euro klarzukommen.
Früher hätte mir ein solcher Ausfall graue Haare bereitet. :smile:

Geld für das “Leben im Jetzt” freizumachen finde ich absolut legitim. Ist halt einfach eine Frage der Prioritätensetzung.